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01.12.2017 - Abschied für Dr. Wolfgang Kraatz

 Dr. Wolfgang Kraatz

Nach 23 Jahren als Beigeordneter des Landkreises Rostock und seines Vorgängers, des Landkreises Bad Doberan, geht Dr. Wolfgang Kraatz am 1.Dezember in den Ruhestand.

Dr. Kraatz war zudem mehr als 27 Jahre in der Kommunalpolitik tätig, so gehörte er dem Kreistag des Kreises Bad Doberan an und stand diesem zeitweise auch als Kreistagspräsident vor.

Dr. Wolfgang Kraatz geht in den Unruhestand. Nach 23 Jahren als Beigeordneter verlässt er die Kreisverwaltung des Landkreises Rostock. Er habe immer in diesem Dezernat arbeiten wollen: Wirtschaft, Bau und Umwelt. „Das ist fachlich fordernd und gestaltend. Das lag mir und es sind immer wieder Projekte entstanden, die bleiben.

Aber es sind auch welche gescheitert“, sagte Dr. Kraatz zu seinem Abschied. Ein Projekt, das er nicht mehr zum Erfolg führen konnte, würde er aber gern noch verwirklicht sehen: „Das die Kurkarten auch für den öffentlichen Nahverkehr – für Bus und Bahn – gelten. Das halte ich für sinnvoll.“

Er fühle sich beim Abschied ganz klassisch: „Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Die Arbeit hat mir Spaß gemacht, sie war erfüllend. Aber ich freue mich auf den Ruhestand, weil ich Dinge machen kann, die bisher zu kurz kamen.“

Dr. Kraatz ist jedoch nicht der Typ Mensch, der sich mit Eintritt in den Ruhestand einfach in die Ecke setzen kann und nichts mehr tut. „Ich werde zunächst meiner Tochter zur Seite stehen, die Anfang Dezember ein Kind erwartet. Gemeinsam mit meiner Frau werde ich ihr erstes Kind betreuen und ihren Mann natürlich auch“, fügt er lachend hinzu.

Dr. Wolfgang Kraatz bleibt – wie er es sagt – „in festen Strukturen“ aktiv: Im Vorstand des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, er arbeitet weiter im Medienausschuss der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern mit und ist weiterhin Mitglied des Landesplanungsbeirats. In seinem Rotary-Club will er im nächsten Jahr die Präsidentschaft übernehmen.

Die 27 Jahre in Kreistag und Kreisverwaltung summierte der scheidende Dezernent trocken: „Das ist das halbe Leben.“ Diese Zeit begann 1989/90 und war prägend für ihn. „Was wir bis dahin nur im Freundes- und Bekanntenkreis gewagt haben – offen reden, Veränderungen anstreben – das ging plötzlich in die Öffentlichkeit. Neue Strukturen mit aufzubauen, das war eine spannende, ja wilde Zeit und auch sehr kräfte- und nervenzehrend.“

Mit der Wiedervereinigung kam auch für Wolfgang Kraatz eine Neuorientierung, ein Umbruch vom Wissenschaftler zum Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft in einem Ingenieurbüro in Hamburg. Eine Zeit des Lernens, denn plötzlich ging es um Tief- und Betonbau und nicht mehr um die Atmosphärenforschung. Kommunalpolitisch engagierte er sich im Kreistag des Kreises Bad Doberan, ist Fraktionsvorsitzender der SPD und wird im September 1991 Kreistagspräsident. „Diese Zeit war sehr stressig und belastend, denn meine Frau wagte auch noch den Schritt in die Selbstständigkeit. In der wenigen freien Zeit wollten wir vor allem für unsere Kinder da sein.“

Die Chance für Veränderung und Erleichterung der Situation kam mit einer Stelle in seiner Heimatstadt. Dr. Kraatz wurde zum Leiter des Entsorgungsbetriebes der Stadt Kühlungsborn. Zwei Jahre später bewarb er sich als Beigeordneter und Dezernent. „Ich wusste, worum es geht und habe nicht lange überlegt. Ich bin gewählt worden und seither Dezernent“, erklärte er schmunzelnd.

Besonders im Gedächtnis geblieben sind ihm die Veränderungen, die die Region seit den Neunziger Jahren erlebt hat. „Zahlreiche Baugebiete, touristische Projekte, die Auseinandersetzungen um die Neugestaltung der Region – das war aufregend, manchmal nervenaufreibend, aber auch sehr erfüllend.“ Ins Grübeln kommt der ehemalige Dezernent noch immer bei der damaligen Schulentwicklungsplanung. Beinahe jeden Abend saß er in Gemeindevertretungen oder Schulkonferenzen. „Es waren Schulen zu schließen und das wurde natürlich in den betroffenen Orten abgelehnt. Da mussten wir kontroverse Diskussionen führen, ohne uns einig zu werden. Schließlich waren die notwendigen die Entscheidungen mit Beschlüssen durchzusetzen. Solche Auseinandersetzungen haben ganz schön geschlaucht.“

Heute gibt es viele Orte im Landkreis Rostock, an denen Dr. Kraatz gern vorbeikommt. Entstanden sind sie vielfach in seiner aktiven Zeit. „Wohngebiete, Gewerbeparks und auch der öffentliche Nahverkehr. Ich habe den Verkehrsverbund Warnow mit aus der Taufe gehoben und das macht mich auch heute noch stolz“, sagte er. Antrieb für seine langjährige Tätigkeit sei sein Pflichtbewusstsein gewesen. „Das habe ich von meinem Vater mitbekommen. Er war Betriebsleiter in Molkereien und damit morgens der Erste und abends der letzte im Betrieb. Das prägt. Ich habe mich in meiner Tätigkeit in Anspruch nehmen lassen und die Dinge, die ich übernommen habe, zu Ende geführt und manchmal auch einfach durchgehalten.“

Bei den Beschäftigten des Landkreises Rostock bedankte sich Dr. Wolfgang Kraatz zum Abschied für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit: „Gemeinsam haben wir den Landkreis Rostock zu dem gemacht, was er heute ist: eine Wachstumsregion in der viele Menschen nicht nur gern leben und Urlaub machen, sondern auch mehr und mehr gute Arbeit und Perspektiven finden.“ Dr. Kraatz unterstrich dabei, dass diese Entwicklung eine Anstrengung vieler Beteiligter war. Dazu haben die Menschen vor Ort, Unternehmer und ihre Mitarbeiter, ehrenamtlich Tätige, Kommunalpolitiker und viele andere Akteure beigetragen ebenso wie die die Kreisverwaltung.

„Deshalb verlasse ich unser Haus mit dem guten Gefühl, gemeinsam mit Ihnen vieles bewegt zu haben zum Nutzen der Menschen in der Region Rostock“, so Dr. Wolfgang Kraatz zum Abschluss seiner Tätigkeit für den Landkreis Rostock.

  Lebenslauf Dr. Wolfgang Kraatz
 1973               Abitur EOS Bad Doberan
 1973 – 1975            Grundwehrdienst
 1975 – 1979   Studium des allgemeinen Maschinenbaus an der Universität Rostock
 1979 – 1984   wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Rostock
 April 1985      Promotion zum Doktor-Ingenieur
 1984 – 1987   Ingenieur für Forschung auf der Warnowwerft Warnemünde
 1987 – 1991   wissenschaftlicher Mitarbeiter am Heinrich-Hertz-Institut für Atmosphärenforschung, Observatorium Kühlungsborn
 September 1991  Wahl zum Kreistagspräsidenten
 1991 – 1992             Mitarbeiter im Ingenieurbüro für Bauwesen Büchner und Opfermann, Hamburg
 1993 - 30.11.1994   Leiter des Entsorgungsbetriebes bei der Stadt Ostseebad Kühlungsborn
 01.12.1994 – 30.11.2002    Wahlbeamter Landkreis Bad Doberan – Beigeordneter
 01.12.2002 – 30.11.2010    Wahlbeamter Landkreis Bad Doberan – Beigeordneter
 2004   Abschluss als Verwaltungsbetriebswirt an der Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Mecklenburg-Vorpommern e.V., Sitz Schwerin
 01.12.2010 – 30.11.2017   Wahlbeamter Landkreis Bad Doberan – Beigeordneter
 01.12.2010     Übertragung der Funktion des 1. Stellvertreters des Landrates
 04.11.2011   Fortsetzung des Beamtenverhältnisses auf Zeit beim Landkreis Rostock – bis Ablauf der ursprünglichen Amtszeit als Beigeordneter ohne Stellvertreterfunktion
 23.11.2011   gewählt durch den Kreistag als Beigeordneter des Landkreises Rostock zum 1. Stellvertreter des Landrates - Übertragung dieser Funktion zum 25.11.2011

 

 

 

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